13.10.2011 - Memories VIII: Vom Fan zum Sunshine zum Vize – 10 Jahre Yume vor, auf und hinter der Bühne.

Seit 2009 ist Nuriko nach Yaten der Vize-Chef bei Yume. Angefangen hat er aber wie alle anderen auch als ganz einfaches Cast-Mitglied.

2006 stieß er als Pirat Kerun in Kaguya Shima Densetsu dazu, bevor er die nächsten zwei Jahre die Rolle des Zoisite übernahm. Ab Transsilvania no Mori (2009) bis zum Endcast spielte er die Rolle des Mamoru/Tuxedo Kamen.

Neben der Tätigkeit auf der Bühne arbeitet(e) Nuriko an der Presse und dem Blog, am Skript, Kostümen, Szenenregie und Schauspielerei.

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Ich denke noch gerne an die Bonenkai 2001 zurück. Ich war damals 16 Jahre, zum ersten Mal in einem billig zusammengestückelten Kostüm für einen Tag auf einer Convention und traf zum ersten Mal eine große Menge Leute, die meine Vorliebe für Manga und Anime teilten. An diesem Abend nahm mich die Freundin einer Schulfreundin (ich glaube heute, es war entweder Yuzu oder Galaxia) in ihrem Auto mit zum Bahnhof und erzählte mir freudestrahlend, dass sie eine Gruppe gegründet hätten und im nächsten Jahr ein Sailor Moon-Stück auf die Beine stellen wollten. „OK“, dachte ich. „Macht ihr mal…“. Eigentlich hatte ich damals nicht daran gedacht, nochmal auf eine Convention zu gehen und schon gar nicht, dass ich einmal selbst dort auf der Bühne stehen würde, aber im kommenden Jahr fand ich mich dann doch auf der Connichi und schaute mir am Samstag diese Sailor Moon-Gruppe an – und ich war von Anfang an voll und ganz gefangen. Das dort auf der Bühne hatte Hand und Fuß, alle Figuren hatten sie zusammengebracht und allen da oben merkte man ihren Spaß an der Sache an. In den kommenden Jahren kam ich nicht an Yume vorbei und zwischen mir und meinen Freunden im Zuschauerraum entstand eine Art Abkommen, sich am Sonntag, passend zum Yume-Auftritt, in Sailormoon-Kostüme zu schmeißen.

Nach Abi und Zivildienst suchte ich dann eine neue Möglichkeit, Theater zu spielen. Und da schrieb ich eine Bewerbung an Yaten (über die sie sich heute noch lustig macht, weil sie so förmlich war)… und stieß dann zu „Kaguya Shima Densetsu“ dazu.
Am Anfang war ich unsicher, ob das wirklich etwas für mich ist. Aber dank meiner Piraten-Gruppe war ich schnell voll und ganz mit dabei und als es im kommenden Jahr darum ging, die Shitenno zu besetzen und ich Zoisite spielen durfte, war ich spätestens voll mit von der Partie. In der Zeit fing ich auch an, mit Gary, Yaten und Matthes zusammen zu skripten und ich übernahm die Leitung der Shitenno… meine Zeit als „Sunshine“-Mitglied, einer der nur zu den Proben kommen muss, um sein Zeug zu können, war damit vorbei. Aber ich möchte diese Abende, an denen ich mit Yaten kopfschüttelnd und unverständig zwischen den Skriptfronten von Matthes und Gary saß, nicht missen.

Als Gary nach „Eien Densetsu“ die Organisation aufgab rückte ich irgendwie nach und war dann nicht nur auf einmal als Tuxedo Kamen männliche Hauptrolle, sondern hatte auch Entscheidungen mitzutragen, die nicht immer einfach waren: Sollen wir X die Rolle geben, auch wenn wir lieber Y darin sehen würden? Trauen wir Z ein Gesangs-Solo zu? Was schmeißen wir raus, um das Stück auf zwei Stunden zu bringen? Wie sehr darf ich den Leuten in den Hintern treten wegen Lichtskript und HP-Profilen? Es war nicht immer einfach, diese Entscheidungen mitzutragen und ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, wir hätten nicht in diesen Jahren öfters Uneinigkeit untereinander gehabt und wir wären uns sicher gewesen, ob und wie lange wir Yume noch tragen könnten oder wollten.

Es war teils auch vor diesem Hintergrund, dass Yaten und ich für 2011 das letzte Yume-Stück beschlossen. Ein Stück, das nochmal das zeigen sollte, was Yume für uns bedeutete: Große Gefühle, Drama, Tränen und viel Musik! Etwas, mit dem wir guten Gewissens abtreten konnten. Gary kehrte in die Orga zurück, Kaaron übernahm die GT-Planung und Yui stieß in die Leitung mit dazu. Unser Cast verschlankte sich und nochmal kamen neue (und alte neue) Gesichter dazu. Im letzten Jahr spürten wir förmlich nochmal die Aufbruchsstimmung – dieses Gefühl von „Arbeit an etwas Großem“, das mir die vergangenen Jahre gefehlt hatte. Alles war nochmal irgendwie neu und frisch und aufregend.

Jetzt ist Yume zu Ende. Ich denke, wir alle, die wir dabei waren können auf eine aufregende Zeit voller Höhen und Tiefen zurückblicken und auf etwas Großes, das uns verbindet. Und so denke ich an vieles gerne zurück:

* An Anthy, die mich hierher und zu „Romance Kakumei“ geführt hat.
* An die Eppinger Zentrale und Yvis „Dark Side“-Cookies.
* An romantische Bühnenmomente mit Yumemi, Matthes, Bunny und Kaaron.
* An meine fantastische Tochter Debbie.
* An „Du schon wieder“ und Bartrubbeln mit Utena.
* An verschwitzt-eklige Wochen in meinem Näh-Verließ mit insgesamt 9 Shitenno-Kostümen.
* An kurze Nächte auf der Ani und einen Flitzer im Piraten-Wams.
* An eine Nacht, in der Yukiya, Bunny und ich das Transsilvania-Stück von mehr als drei Stunden auf zwei brachten.
* An die Abende in der Küche und die Nächte auf den Matten in Gondelsheim.
* An unzählige Wochenenden ebendort, sowie in Bruchsal, Worms, Leiselheim, Viernheim, Mariaberg und Frankfurt.
* An einen Tuxedo, der durch mich gerade stehen lernte, von dem ich die Rolle übernahm und der dann bei mir blieb.
* An Garys und meine eigene Kompromisslosigkeit in vielen Dingen und wie viel wir mit vereinten Kräften geschaffen haben.
* Und nicht zuletzt an Yaten, deren Kreativität, Durchhaltevermögen und Hingabe Yume erst möglich gemacht haben und die noch heute einer der inspirierendsten Menschen in meinem Leben ist.

Danke für all die Jahre! Es war nicht immer leicht, aber ich bereue nichts!

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